Nachlassverwaltungen

Die Nachlassverwaltung als Spezialform der Nachlasspflegschaft

Die Nachlassverwaltung ist eine Spezialform der Nachlasspflegschaft und dient der Befriedigung der Nachlassgläubiger (§ 1975 BGB). Im Gegensatz zur Nachlasspflegschaft sind die Erben in diesem Fall bekannt und erfolgt mit der Anordnung einer Nachlassverwaltung auch eine Beschränkung der Haftung des Erben auf maximal den vorhandenen Nachlass.

Eine Nachlassverwaltung ist eine wohl von Erben viel zu selten in Anspruch genommene Möglichkeit, sich in aller Ruhe Kenntnis über den Bestand und die Werthaltigkeit eines Nachlasses zu verschaffen, ohne dass die Erben aus der Sorge über einen womöglich überschuldeten Nachlass die Erbschaft sofort ausschlagen müssten.

Ähnlich wie bei der Nachlasspflegschaft steht der Nachlassverwalter unter der Aufsicht des Gerichts und verliert der Erbe mit der Anordnung der Nachlassverwaltung die Befugnis den Nachlass selbst noch verwalten zu dürfen (§ 1894 BGB).

Der Nachlassverwalter ermittelt den vorhandenen Nachlass und die Verbindlichkeiten. Er verwaltet den Nachlass, erstellt ein ordentliches Nachlassverzeichnis und begleicht die Forderungen der Nachlassgläubiger (§ 1985 BGB). Verbleibt dann auch nach Abzug seiner Kosten ein restlicher Nachlass, kann die Verwaltung aufgehoben und der Restnachlass an den Erben übergeben werden (§ 1986 BGB).

Vergütung:

Nach § 1987 BGB kann der Nachlassverwalter eine angemessene Vergütung verlangen.

In der Vergangenheit hat sich die Höhe dieser Vergütung an den Vergütungssätzen für Insolvenzverwalter orientiert. Die neuere Rechtsprechung geht jedoch in die Richtung, dass die Vergütungssätze für Nachlasspfleger (siehe unter der Rubrik „Nachlasspflegschaften„) Anwendung finden.